Bemalte Häuserwände sind für Brüssel ja nichts besonderes. Es gehört fast schon zum guten Ton, als Tourist eine Tour vorbei an den ganzen Comicmotiven aus Tin Tin, Gaston und Konsorten zu machen. Doch nun kommt der maître der Hauswandkunst:
JR a 25 ans et possède la plus grande galerie d’art au monde.
JR über sich selbst, jr-art.net
Die Arbeiten des französischen Fotografen und artiviste JR sind groß, sehr groß. Sie zieren Häuser in Paris, den Sicherheitswall zwischen Israel und Palästina… und ab heute Nacht anlässlich des Weltfrauentages morgen auch einige Brüsseler Mauern. Für einen Monat sind die hausgroßen Portraits von acht afrikanischen Frauen dann an diesen Orten zu sehen.
Es lohnt sich, begleitend die Lebensgeschichten der Frauen nachzulesen. Ihnen allen ist gemein, dass sie schwierige und durchaus bedrohliche Situationen mit einer bewundernswerten Kraft gemeistert haben. Die Ausstellung im Freien unter dem Titel “Woman are Heroes!” widmet sich somit dem manchmal schockierenden Schicksal afrikanischer Frauen und würdigt die Kraft, die sich dem Schicksal entgegenstellt.
Gleichzeitig ist sie wieder ein Beispiel für die Vielschichtigkeit Brüssels, in der auch underground seinen Platz hat. Findet sich ja auch sonst sehr viel in diese Richtung…