Nahaufnahme Brüssel

Notizen zur europäischen Hauptstadt

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Heiliges Urinal

Typisch belgisch (soweit man hier nicht zwischen dem flämischen und wallonischen Teil unterscheiden muss) scheint es zu sein, dass in den Kirchen öffentliche Toiletten angebracht sind. Jedenfalls ist mir das nicht nur in der Brüsseler Kathedrale Saint-Michel, wo das dreisprachige Schild pietätvoll neben einer Grablegung Christi aufgestellt ist, und der Kirche Sainte-Catherine (dort uriniert man allerdings außerhalb gegen die Kirchmauer) gleich am zugeschütteten ehemaligen Fischhafen mit den nur unerheblich überteuerten Fischrestaurants aufgefallen, sondern auch in Gent und Brügge.

Allgemein scheint man in den Kirchen, wohl auch wegen dem stetigen Touristenstrom, einen eher pragmatischen Umgang mit der Heiligkeit des Ortes zu pflegen. Devotionalienshops findet man eigentlich in jeder bekannteren Kirche in einem Seitenschiff. Und Eintrittskarten muss man häufig kaufen, aber das ist ja auch in anderen europäischen Ländern keine Seltenheit.

Auch mit den anderen Glaubensrichtungen gibt man sich eher locker. Wurde doch in der oben erwähnten Sainte-Catherine auch eine kleine Abteilung für die orthodoxen Glaubensbrüder abgetrennt. Belgischer Pragmatismus!